Ostasiatisches Seminar
Georg-August-Universität Göttingen

Dr. Harlan David Chambers

wiss. Mitarbeiter (Drittmittelprojekt)

Dr. Harlan David Chambers

Harlan Chambers promovierte 2022 an der Columbia University im Fachbereich Moderne chinesische Literatur und Kultur und war anschließend als Visiting Assistant Professor für Geschichte an der Illinois Wesleyan University tätig, bevor er 2024 zum Ostasiatischen Seminar der Universität Göttingen wechselte. Als interdisziplinärer Wissenschaftler mit Schwerpunkten in chinesischer Kultur und Geschichte sowie in feministischer und kritischer Theorie untersucht seine Forschung die Rolle kultureller Praktiken in Prozessen gesellschaftlicher Transformation. Dabei verbindet er Archivforschung mit der Analyse kultureller Texte.

Derzeit entwickelt er seine Dissertation zu einem Buchprojekt weiter mit dem Titel Narrative Economies: Cultural Practice and the Economic Imagination of China’s Revolution, 1939–1976. Darin untersucht er, wie Kulturschaffende narrative Praktiken nutzten, um die wirtschaftlichen Grundlagen der entstehenden Volksrepublik China – von der Zeit des Zweiten Weltkriegs bis in die späte Kulturrevolution – neu zu gestalten. Er argumentiert, dass revolutionäre kulturelle Experimente Kanäle für die gesellschaftliche Teilhabe eröffneten und es ermöglichten, wirtschaftliche Konzepte und Praktiken zu hinterfragen und umzugestalten, was zu einer kritischen sozialistischen Ökonomie beitrug.

Als Mitglied eines Forschungsteams an der Universität Göttingen, das sich mit der Geschichte von Vorstellungen globaler Ordnung beschäftigt, untersucht Harlan internationalistische kulturelle Experimente der Weltgestaltung. Dazu zählen ästhetische und theoretische Projekte im Zusammenhang mit der Liga der Linksschriftsteller, dem Guerillakrieg und dem wirtschaftlichen Aufbau sowie kulturelle Bemühungen, Chinas Platz in der Welt angesichts der Krisen der 1930er-Jahre neu zu denken. Harlan befasst sich außerdem mit internationalistischen ästhetischen Debatten in der frühen Volksrepublik China, insbesondere im Hinblick auf Fragen des sozialistischen Übergangs. Dies baut auf einer Reihe von Workshops auf, die er zuvor mitorganisiert hat und die er in Göttingen weiterführen möchte: Chinese Socialism in/as Theory: Political Economy in Revolutionary China.

Neben peer-reviewten Veröffentlichungen im Bereich Moderne chinesische Literatur und Kultur hat er Texte von Wang Hui, Li Tuo, Zhang Jishun und der zeitgenössischen Künstlerin Cao Fei für positions: asia critique, Modern China und The South Atlantic Quarterly übersetzt bzw. mitübersetzt.

Curriculum Vitae
Liste der Publikationen